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Tätigkeitsbericht der Gleichstellungsbeauftragten 2014 [PDF: 111 KB]

 

"Ich will alles!" - Berufs- und Lebensplanung für Mädchen und junge Frauen

Wie soll mein Leben mit 40 Jahren aussehen?

„Ich kann im Vorstellungsgespräch nur überzeugen, wenn ich selber von meiner Berufswahl überzeugt bin. Natürlichkeit ist im Gespräch gefragt, schauspielern bringt gar nichts,“ da war sich Sünje Christiansen, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit in Niebüll, ganz sicher, die bei der Veranstaltung „Ich will alles! – Berufs- und Lebensplanung für Mädchen und junge Frauen“ im Amt Nordsee-Treene in Mildstedt sprach. Gleichstellungsbeauftragte Kirsten Schöttler-Martin hatte sie und Angela Barckmann, die Beauftragte für Chancengleichheit (BCA) der Agentur für Arbeit in Flensburg, im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Sekt oder Selters? – Finanziell abgesichert in jedem Alter“ eingeladen, um jungen Frauen wichtige Informationen aus erster Hand für ihre weitere Ausbildungs- und Berufsplanung zu geben.

Wie soll mein Leben denn mit 40 Jahren aussehen? Diese Einstiegsfrage gaben die Referentinnen an die Teilnehmerinnen weiter. Für eine der jungen Frauen, bisher mit einer abge-brochenen Berufsausbildung und nun schwanger, war wichtig, sich nach einer Ausbildungsmöglichkeit in Teilzeit zu erkundigen, für eine weitere war die Frage besonders dringend, wie sie eine Ausbildung finden kann, die wirklich zu ihr passt. Zunächst sei zu klären, was Einfluss auf die eigenen Lebensziele habe, so der Wohnort, die Mobilität, die ganze familiäre Lage, z.B. mit der Betreuung von Kindern, die berufliche Situation des Partners usw.

Frage klären: Was ist überhaupt ein guter Beruf für mich?

„Was ist überhaupt ein guter Beruf für mich? Und wie und vor allem wo ist er für mich erreichbar – passt mein Berufswunsch zu meinem derzeitigen Wohnort, z.B. in ländlicher Region wie in Nordfriesland mit weiten Wegen, hohen Benzinkosten? Bin ich flexibel, gehe ich auch woanders hin?“, das sei vorab alles genau zu klären, so Sünje Christiansen. Und hier sei Kreativität gefragt, immer wieder neue Entscheidungen und auch Bewegung zuzulassen und die Rahmenbedingungen aktuell anzupassen in diesem längeren Prozess der Berufsfindung.

„Wichtig ist natürlich auch die Frage, ob mein Beruf zu einem evtl. späteren Kinderwunsch passt; Stewardess zu werden, wäre dann z.B. eher schwierig“, so die Berufsberaterin, die auch den Tipp gab, sich rechtzeitig um Bewerbungen zu kümmern, denn die Firmen suchen frühzeitig, Banken und Verwaltungen sogar schon ein Jahr im Vorwege. Im Internet gebe es viele seriöse Jobbörsen, mit denen Firmen und Institutionen suchen, ebenso informierten die Arbeitsagentur, Industrie- und Handelskammern oder Handwerkskammern und der Stellenmarkt in den Zeitungen sei sonnabends sehr umfangreich.

„Marktforschung“ in eigener Sache betreiben

Sünje Christiansen empfahl den jungen Frauen auch, quasi „Marktforschung“ in eigener Sache zu betreiben: was sind meine Stärken und Talente, wie sind meine konkreten Voraussetzungen wie Schulabschluss oder fachliche Neigungen, wie ist meine gesundheitliche, meine körperliche und sportliche Verfassung? „Macht es eigentlich Sinn, z.B. trotz eines Rückenleidens unbedingt Physiotherapeut werden zu wollen, mit einer Pollenallergie Gärtner?“, fragte die Berufsberaterin in die Runde. Praktika in Betrieben helfen natürlich auch, in der Berufsfindung gut weiterkommen zu können. Man solle seinen inneren Entschluss wirklich erst dann fällen, wenn man konkret wisse: das passt zu mir. Auch wenn das für 15-Jährige natürlich ein oftmals nerviger, langwieriger Prozess sein könne, gestand Sünje Christiansen ein, denn immerhin gibt es in Deutschland rund 500 verschiedene Berufe. „Aber das ist das Geheimnis einer richtigen Ausbildungs- und Berufswahl, dass ich selber überzeugt bin!“Für die ganz praktische Suche nach den richtigen Informationen gab die Berufsberaterin den Teilnehmerinnen dann abschließend auch Einiges an die Hand: wie funktioniert die Suche im Internet über www.jobboerse.de, berufenet.de, planet-beruf.de oder studienwahl.de oder wie trainiere ich Bewerbungen auf berufe.tv mit Filmen von A bis Z – viele Angebote, die gut genutzt wichtige Hilfestellungen geben können.

Download:  Flyer zur Veranstaltungsreihe "Sekt oder Selters" [PDF: 1,3 MB]

Veranstaltung
Informierten junge Frauen über Berufs- und Lebensplanung:
Angela Barckmann, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (li.) und
Sünje Christiansen, Berufsberaterin von der Agentur für Arbeit
(Foto: ksm)

Auftakt für Reihe "Sekt oder Selters?": elf Veranstaltungen an sechs Orten

Frauen finanziell abgesichert - in jedem Alter

Der Startschuss ist gefallen für die Veranstaltungsreihe für Frauen „Sekt oder Selters? – Finanziell abgesichert in jedem Alter“, die bis zum November 2013 mit elf Veranstaltungen an sechs Orten im ganzen Kreis Nordfriesland präsent sein wird. Im Mittelpunkt de Auftaktveranstaltung im Husumer Rathaus, zu der Gleichstellungsbeauftragte Britta Rudolph herzlich willkommen hieß, standen die Minijobs, denn das Land Schleswig-Holstein liegt bei dieser Art von gering bezahlten Beschäftigungsverhältnissen auf Platz eins in der Bundesrepublik.

Unter dem Motto „Hätten Sie das gedacht? – Frauenerwerbsarbeit in Deutschland und in Nordfriesland“ führten Meike Hansen von Frau und Beruf und Simone Ehler, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Nordfriesland, in einem lockeren Dialog mit vielen beeindruckenden Fakten ins Thema ein, bevor DGB-Regionalsekretärin Perke Heldt sich unter dem Titel „Wenig Geld – wenig Rechte?“ der arbeitsrechtlichen Aspekte der Minijobs annahm.

In ebenfalls zehn Minuten informierte auch Matthias Carstensen von der Deutschen Rente Nord unter dem Motto „Alt und arm? – Minijob und Rente“ – sehr versiert über Versorgungsfragen, bevor Carsten Freitag von der AOK Nordwest das Thema „Darf’s etwas mehr sein?- Vom Minijob zum Midijob“ erörterte. Eine rege Diskussion mit vielen Nachfragen entspann sich anschließend im Ratssaal, wobei die drei Expert/-innen auch hinterher noch für intensive Stehtisch-Dialoge mit konkreteren Nachfragen der Gäste zur Verfügung standen.

Am 6. August: „Weitsicht bei der Alterssicherung“

Ein gelungener Auftakt für diese interessante Veranstaltungsreihe zu einem für alle Frauen sehr wichtigen Thema, die am Dienstag, 6. August 2013, von 19 bis 21 Uhr in der Ev. Familienbildungsstätte in Husum, Woldsenstraße 45-47, mit dem Thema der Weitsicht bei der Alterssicherung fortgesetzt wird, Titel dann: „Das kann doch nicht alles gewesen sein?“. Die Veranstalterinnen laden auch zu diesem Abend herzlich ein.

Auftaktveranstaltung
Husums Gleichstellungsbeauftragte Britta Rudolph eröffnete die
Auftaktveranstaltung im Rathaus.

Auftaktveranstaltung
Aufmerksam verfolgten die Teilnehmerinnen die Startveranstaltung
der Reihe "Sekt oder Selters?"

Auftaktveranstaltung
Engagierte Referentinnen:
Meike Hansen von Frau und Beruf (links) und
Simone Ehler, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Nordfriesland

Download: Flyer zur Veranstaltungsreihe "Sekt oder Selters" [PDF: 1,3 MB]


Forum "Arbeitsmarkt und Frauen" lud zum Podiumsgespräch ein

Nicht(s) zu verschenken -  Erfolgsfaktor Personalentwicklung

Zu einem spannenden Zukunftsthema lud der Arbeitskreis "Arbeitsmarkt und Frauen" von IHK, Frau und Beruf, der Agentur für Arbeit und den Gleichstellungsbeauftragten von Kreis, Stadt Husum und Amt Nordsee-Treene in das Husumer Rathaus ein. "Nicht(s) zu verschenken - Erfolgsfaktor Personalentwicklung" war das Podiumsgespräch überschrieben, zu dem die Moderatoren Stefan Sievers, IHK-Geschäftsstelle Nordfriesland, und Kirsten Schöttler-Martin, Gleichstellungsbeauftragte des Amtes Nordsee-Treene, die Gäste willkommen hießen.

Nach der Begrüßung durch Meike Hansen von Frau und Beruf diskutierten auf dem Podium Doris Ipsen, Geschäftsführerin der S.A.T. Sonnen- und Alternativtechnik GmbH, Oke Martensen von der Tischlerei Martensen, Hans-Adolf Deussing von der VR Bank eG Niebüll und Prof. Dr. Dr. Rainer Kreuzhof vom Projekt Wirtschaft Arbeit Leben der Fachhochschule Flensburg.

Gezielte Motivation und Bindung der Mitarbeiter/-innen

Einig waren sich alle darüber, dass die Personalentwicklung immer Bestandteil strategischer Unternehmensplanung sein müsse und als vorausschauendes Instrument immer stärker in den Blickpunkt von Führungskräften kleiner und mittlerer Unternehmen rücke. Denn nur durch die gezielte Motivation und Bindung der Mitarbeiter/-innen erschließe sich eine der größten betrieblichen Ressourcen, die nicht verschenkt werden dürften. "Unser Personal ist der Garant für unsere Verlässlichkeit und unseren Erfolg", so stellte Hans-Adolf Deussing von der VR Bank klar. Viele Mitarbeiter kämen mit ihren Anliegen, viele hausinterne Maßnahmen würden auf deren Bedürfnisse zugeschnitten, das gelte auch schon für die gezielte Nachwuchsförderung.
Dass zukunftsfähige Unternehmen familienfreundlich seien, betonte Prof. Dr. Dr. Rainer Kreuzhof, wofür die Tischlerei Martensen gleich ein sehr gutes Beispiel lieferte. Denn bei Oke Martensen erhielt eine junge alleinerziehende Mutter die Möglichkeit, ihre Ausbildung in Teilzeit zu machen. "Sie hat heute einen festen Arbeitsplatz im Betrieb", freut sich Martensen, der das Thema drohender Fachkräftemangel für das Handwerk natürlich auch sieht.

Am Ende waren sich alle einig, dass der Mensch im Mittelpunkt stehen solle. Die "soziale Verantwortung" habe einen hohen Stellenwert in der Philosophie der Unternehmen, denn nur so könne eine dauerhafte und verlässliche Win-win-Situation für alle erreicht werden. Wobei ein ein einmal erreichtes positives Image als "guter Arbeitgeber" bei der Gewinnung von qualifiziertem Personal sicher sehr hilfreich sei.

Gruppenbild Veranstaltung am 23.04.2013
Die Podiumsrunde mit den Veranstalterinnen (v. li.):
Hans-Adolf Deussing, Meike Hansen, Britta Rudolph, Stefan Sievers;Angela Barckmann,
Simone Ehler, Moderatorin Kirsten Schöttler-Martin, Prof. Dr. Dr. Rainer Kreuzhof, Oke Martensen und Doris Ipsen

 



Girls' und Boys' Day im Amt Nordsee-Treene mit acht Schüler/-innen

 

Ein spannender Tag mit vielen neuen Eindrücken!

Acht Mädchen und Jungen hatten sich für ihren Girls' bzw. Boys' Day einen Platz beim Amt Nordsee-Treene gesucht und waren sehr engagiert an ganz unterschiedlichen Orten im Einsatz. Für die Mädchen waren es die Aufgaben des Ordnungs- und Bauamtes in Friedrichstadt und die Arbeit im Ingenieurbüro Hansen in Horstedt, für die Jungen die Tätigkeiten im Standesamt in Friedrichstadt und die Arbeit in der Kindertagesstätte "Brückengruppe" in Hattstedt. Ihr Resümee: Das war ein spannender Tag mit vielen neuen Eindrücken - und besser als Schule!

So hatten sich Karoline und Theresa Hündorf aus Friedrichstadt die Aufgaben eines Ordnungsamtes nicht so vielfältig und umfangreich vorgestellt, wie sie es an diesem Vormittag mit Mitarbeiterin Femke Postel erlebten. Erst sollte ein abgemeldetes Motorrad abgeschleppt werden, dann ging es um die Absperrung von Kaimauern am Wasser und einen Erdaushub. Und letztlich wurde noch ein totes Schaft gemeldet, das es zu suchen galt. "Wir haben es nicht gefunden, aber das war schon spannend", berichtet Theresa, die mit ihrer Zwillingsschwester kam, mit der sie auch gemeinsam die 7. Klasse der TSS in Husum besucht.

Für Lea Sievers aus Friedrichstadt und Lara Markert aus Lunden, die beide in die 5. Klasse der Eider-Treene-Schule in Friedrichstadt gehen, gab es mit Mitarbeiter Bernd Trieloff vom Team Ordnung, Bau und Liegenschaften viel Neues zu erleben. Erst ging es auf eine Baustelle nach Hattstedt, dann nach Wittbek, bevor die beiden im Amt in Mildstedt noch eine kurze Einweisung in das neue Zeichenprogramm AutoCAD" bekamen. "Ich könnte mir auch gut eine technische Ausbildung vorstellen", meine Lea im anschließenden Gespräch.

Was macht eigentlich eine Amtsvorsteherin?

Viele Neues in diesem Bereich erlebten auch Shannon Wolf aus Schwabstedt und Merle Mommens aus Oldersbek, die mit Amtsvorsteherin Karen Hansen gemeinsam unterwegs waren. Erst erhielten sie einen kleinen Einblick in die vielfältige Tätigkeit einer Amtsvorsteherin und Bürgermeisterin und dann in die Arbeit eines Ingenieurbüros, was den beiden Mädchen, die in die 6. Klasse der Regionalschule in Mildstedt gehen, gut gefiel.

Und die Jungen? Florian Meeder aus Hattstedt gehörte für einen Vormittag mit zum Team der Kindertagesstätte "Brückengruppe" in Hattstedt und nahm hier auch jede Menge neue Eindrücke aus einer ganz anderen Perspektive mit nach Hause, zumal er hier selber einmal in der Hortgruppe gewesen war.
Und Tjark Höhn aus Friedrichstadt war für eine halben Tag "Hilfsstandesbeamter" bei Hauptstandesbeamtin Ines Jensen im Friedrichstädter Rathaus: Post wurde sortiert, eine Eheurkunde ausgefüllt, alte Schriften gelesen und die Software des Standesamtes inspiziert. "Das war sehr interessant für mich - und die richtige Entscheidung", war sich Tjark hinterher ganz sicher, denn auch er hatte einen spannenden Jungen-Zukunftstag 2013 erlebt. Auch Gleichstellungsbeauftragte Kirsten Schöttler-Martin, die den Tag beim Amt Nordsee-Treene organisiert hatte, freute sich über die gute Beteiligung und die positiven Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler.

Gruppenbild zjum Girls' und Boys'-Day 2013
Gleichstellungsbeauftragte Kirsten Schöttler-Martin (links) mit den beiden Kollegen Ines Jensen und Bernd Trieloff
und mit Tjark Höhn, Lara Markert, Lea Sievers, Theresa und Karoline Hündorf in Friedrichstadt

 


 


Gleichstellungsbeauftragte lud ein zu Vortrag mit Corinna Bäck über Frauenpower und Selbstmarketing

Wie erreiche ich mehr Gelassenheit und Souveränität?

Ein aufrechter Gang, bewusste Körperspannung und direkter Blickkontakt sind im Umgang mit anderen Menschen schon die halbe Miete, wenn es um ein selbstsicheres Auftreten von Frauen geht, sei es nun im beruflichen oder auch privaten Bereich, das machte Corinna Bäck bei ihrem interaktiven Vortrag zum Thema "Bewusste Frauenpower! Selbstmarketing und Selbstmanagement" gleich zu Beginn anhand von eigenem Beispiel ganz deutlich.
Eingeladen hatte die Gleichstellungsbeauftragte des Amtes Nordsee-Treene, Kirsten Schöttler-Martin, die bundesweit tätige Unternehmensberaterin und Trainerin mit einer eigenen Firma in Strande bei Kiel im Rahmen ihrer Reihe "Gespräche für Frauen". Und gut 20 Frauen wollten sich diese gute Gelegenheit, aktiv etwas für mehr Souveränität, Gelassenheit und Selbstbewusstsein zu tun, trotz des winterlichen Wetters im Frühjahr nicht nehmen lassen und kamen in den Kirchspielskrug in Mildstedt. "Erfolg ist eben immer nicht nur von Leistung abhängig, sondern genauso von meinem Image und Selbstvertrauen, von meiner Selbstdarstellung und meinen Kontakten und Beziehungen", war Corinna Bäck überzeugt, denn Siegen ohne zu kämpfen heiße Erfolg mit wenig energetischem Aufwand zu haben. "Nutzen Sie also die Kraft des positiven Denkens, denn 80 Prozent unserer Gedanken sind Energieräuber - 92 Prozent unserer Sorgen stellen sich als unnötig heraus!"

Klare Zielentwicklung und Selbstreflektion wichtig

Corinna Bäck machte klar, dass zum positiven Selbstmanagement immer eine Zielentwicklung, Selbstreflektion, Kommunikation, ein gutes Stress- und Zeitmanagement, eine Durchsetzungs- und Abgrenzungsfähigkeit und auch eine Identifikation mit der Rolle als Frau und mit dem Beruf gehöre. Sie stellt die persönliche Energievase eines jeden vor, mit ihren Quellen und Räubern. "Bedenken Sie immer, der wichtigste Mensch für mich bin ich", so Corinna Bäck, die die Teilnehmerinnen in einer Kleingruppen-Übung auch über ihre eigenen Energieräuber und Kraftquellen nachdenken ließ. Auf der Suche nach den Kraftquellen seien immer wieder die wichtigen Fragen zu stellen: Welche Orte und Tätigkeiten geben mir Kraft, was gibt mir Schutz, Geborgenheit und Wohlbefinden, wer versteht mich, was tue ich gern und was macht mich stark, fröhlich und zufrieden?
Auch fürs Selbstwertgefühl machte sie ein paar Grundgrößen deutlich, so ist es immer wichtig, zu sich selber mit seinen Stärken, aber auch Schwächen Ja zu sagen, unterschiedliche Wahrnehmungen und Mentalitäten zu akzeptieren, ebenso wie sich Fehler erlauben zu dürfen und auf seine innere Zeitbalance zu bauen. "Bleiben Sie sich treu, denn Authentizität und Natürlichkeit sind gefragt", so Corinna Bäck, die auch als Coach tätig ist.

"Eine positive Sprache formt die Gedanken"

Wichtig sei auch, klar und prägnant mit Nutzenformulierungen zu sprechen, ebenso wie im Präsens und Indikativ deutlich zu sagen, was man selber könne, denn eine positive Sprache forme die Gedanken. "Loben Sie sich selbst für ihre Erfolge, so werden Stärken gestärkt -lernen Sie bewusst aus ihren Fehlern und bleiben Sie optimistisch, denn so werden Schwächen geschwächt", machte sie ihren Zuhörerinnen deutlich, denn aus Denken werde Spüren, Handeln und dann die Wirklichkeit.
Mit hoher emotionaler Kompetenz und Intelligenz (EQ) sei der Weg zum beruflichen Erfolg dabei programmiert. Wichtige Schlüsselfaktoren für die eigenen Ausstrahlung seien neben dem äußeren Erscheinungsbild, der Fachkompetenz, Verständlichkeit und Empathie, rhetorisches Geschick, Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Gelassenheit und ganz wichtig, so Corinna Bäck: "Die Begeisterung und Überzeugung von sich selbst!" Ein spannender Abend, der allen nicht nur viele interessante Einsichten, sondern auch jede Menge Spaß und neue Kontakte brachte.

Veranstaltung am 19.03.2013
Referentin Corinna Bäck bei den "Gesprächen für Frauen" in Mildstedt
Foto: ksm



 Frauen diskutieren über ihre Rolle in der Kommunalpolitik

Gute Nerven, Gelassenheit und Zielstrebigkeit gefordert

Für Marret Bohn, Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Grüne, sind bestimmte Eigenschaften unerlässlich, wenn „Frau“ in die Politik gehen und das auch durchstehen will: „Gute Nerven, Ruhe, Gelassenheit und auch Zielstrebigkeit“, da war sich die Politikerin ganz sicher. Und ihre Landtags- und Kreistagskolleginnen Astrid Damerow (CDU), Birte Pauls (SPD) und Anke Schulz (SSW) ergänzten um das „dicke Fell“, die Kommunikations- und Teamfähigkeit und die Bereitschaft, auch über den Tellerrand hinaus zu sehen, um sich nachhaltig durchzusetzen in der immer noch Männer dominierten Politik. Einigkeit bei den Politikerinnen auch über ihren Gewinn an dem Ganzen: „Es muss einfach Spaß machen.“ Engagierte Statements bei dem Podiumsgespräch zum angesichts der Wahlen im Mai aktuellen Thema „Was erwartet mich in der Kommunalpolitik?“, zu dem die Gleichstellungsbeauftragten der Regionalgruppe Nord-West ins Kreishaus eingeladen hatten.

Simone Ehler, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Nordfriesland, hieß die Frauen zur Podiumsrunde willkommen, die im Rahmen der Reihe „Frauen in der Politik“ stattfand, die bereits seit 2010 ganz praxisnah Kenntnisse und Erfahrungen an Neueinsteigerinnen, aber auch an schon länger engagierte Politikerinnen, die vielleicht einmal wieder einen „Motivations-Kick“ gebrauchen können, vermitteln will. Das Frauen in der Kommunalpolitik immer noch unterrepräsentiert sind, machte Moderatorin Claudia Hansen gleich zu Beginn mit ein paar Zahlen deutlich: so lag der Frauenanteil im Bundestag im Jahr 2012 bei nur 33 Prozent, im Landtag bei 32 Prozent, im Kreistag Nordfriesland und im Husumer Stadtparlament bei je 21 Prozent.

Frauen immer noch unterrepräsentiert

Laut einer Studie der Heinrich-Böll-Stiftung sind die Gründe für die Unterrepräsentanz von Frauen vielfältig: Frauen haben weniger Zeit für diese Aufgabe, die Parteien stellen aus ganz anderen Gründen nicht genügend Frauen auf oder die Wählerschaft will sie nicht in ausreichendem Maße in die Politik wählen, so heißt es hier. Doch auch die Tatsache, dass Frauen erst ein sehr umfangreiches und sicheres Wissen haben wollen, bevor sei einsteigen, spielt hier eine Rolle, wie die erfahrenen Politikerinnen auf dem Podium konstatierten. Doch der Wunsch, sich zu engagieren, und ein gesunder Menschenverstand seien immer noch die besten Voraussetzungen, war Marret Bohn überzeugt. Ihr Plädoyer für die Einarbeitung gegen den oftmals zu hohen Anspruch der Frauen an sich selbst unterstrich Astrid Damerow: „Jede hat ihr Fachwissen auf einem Gebiet, das sie mitbringt das sicher hilfreich ist, aber das Wissen über die Feinheiten der Kommunalpolitik kann frau gut nach und nach erwerben.“

Und auch Frauennetzwerke, sowohl in den Parteien, als auch Parteien und Institutionen übergreifend sind nach Meinung der Vier sehr wichtig und unterstützend. „Sachthemenbezogen treffen wir uns z.B. auch mit Gleichstellungsbeauftragten, Sozialpolitikerinnen oder den Wohlfahrtsverbänden“, fand Birte Pauls den richtigen Weg. Und Anke Schulz vom SSW, in dem über 50 Prozent der Mitglieder Frauen sind, gemahnte, die geschlechts-übergreifenden Netzwerke nicht zu vergessen.

Tipp: als bürgerliches Mitglied langsam hinein arbeiten

Gefragt nach ihrem Einstieg in die Politik waren sich alle vier Frauen über den hohen Zeitaufwand einig, wobei es von der Kommunal- in die Kreispolitik und dann auf die Landesebene natürlich noch Unterschiede gebe. Marret Bohn – „ich arbeite jetzt als MdL 60 bis 80 Stunden die Woche, aber es ist gut so und ich kann vieles bewegen!““ – gab Einsteigerinnen den Tipp, sich langsam als bürgerliches Mitglied in den Gremien ein zu arbeiten. Die studierte Ärztin machte auch deutlich, dass die Entscheidung für die Politik immer gemeinsam mit dem Partner getroffen werden müsse, auf dessen Unterstützung frau auch angewiesen sei.

Auch Astrid Damerow, früher als Bankkauffrau und dann selbständig tätig und wie ihre beiden Kolleginnen seit 2009 im Landtag, hat alle Ebenen der Politik durchlaufen und die volle Unterstützung durch Mann und Familie. „Wir haben hier einen gewissen Lernprozess durchlaufen“, gesteht sie. Hohes Engagement für die Allgemeinheit und persönlicher Lustgewinn an Politik müssten sich dabei nicht wiedersprechen, hat sie erfahren.

Spagat zwischen Politik, Beruf und Privatleben

Für Anke Schulz, im Öffentlichen Dienst tätig und Mutter von vier Kindern, ist für ihre Arbeit als Kreistagsmitglied (Schleswig-Flensburg) wichtig, dass ihr Lebenspartner nicht nur selber engagiert ist, sondern sich genauso wie sie für den Haushalt verantwortlich fühlt. Und auch Birte Pauls, von Beruf Krankenschwester, spricht von einem Spagat, den es oft zwischen politischem Engagement, Partnerschaft und Beruf zu schaffen gilt. Die Mutter einer Tochter – „hier passt die Oma auf“ –.macht neben ihrem Landtagsmandat auch noch Kommunalpolitik und weiß aus eigener Erfahrung: „Frauen müssen auch auf sich achten und dürfen sich nicht zu viele Aufgaben aufladen lassen.“

In der anschließenden angeregten Diskussion ging es auch um die Forderung nach mehr Frauen in die Aufsichtsräte und um die Ansprache besonders von jungen Frauen für Mandate in der Kommunalpolitik. Besonders erfreulich, dass eine der Teilnehmerinnen bekannte, dass ihr diese Podiumsrunde „die Angst vor ihrem kommunalpolitischem Engagement“ genommen habe und sich bedankte. Ferner war man sich einig, dass gerade „in Zeiten leerer Kassen“ das Engagement von Frauen besonders gefordert sei, denn hier ginge es jetzt um Prioritätensetzung und um kreative Lösungen, um die Gemeinden überhaupt noch gut gestalten zu können.

Simone Ehler erinnerte abschließend noch an den aktuellen Slogan der Landesarbeitsgemeinschaft der schleswig-holsteinischen Gleichstellungsbeauftragten zum Thema Politik und Teilhabe der Frauen in diesem Superwahljahr 2013: „Die halbe Macht den Männern!“

Veranstaltung am 02.02.2013
Engagierte Diskussion im Kreishaus mit (von links):
Birte Muhl, Moderatorin Claudia Hansen, Anke Schulz, Astrid Damerow, Birte Pauls,
Simone Ehler, Kirsten Schöttler-Martin und Marret Bohn



 
Kommunalpolitische Runde: "Was erwartet Frauen in der (Kommunal-)Politik?"

"Es macht Spaß, sich aktiv einzumischen"

In einem lebendigen und interessanten Gedankenaustausch gaben sechs Bürgermeisterinnen aus dem Amtsbereich Nordsee-Treene Einblick in ihre tägliche Arbeit als engagierte Kommunalpolitikerinnen, aber auch in ihre Beweggründe für den Einstieg in die Politik und in die Welt der Hemmnisse und besonders erfreulichen Erlebnisse in der immer noch sehr männerdominierten Politik.

Eingeladen zu dem Gesprächsabend unter dem Motto „Was erwartet Frauen in der (Kommunal-)Politik?“ hatten Amtsvorsteherin Karen Hansen und Gleichstellungsbeauftragte Kirsten Schöttler-Martin, „auch, um das Demokratieverständnis bei den Bürger/-innen zu stärken und dafür zu werben, sich selbst in den Gemeinden zu engagieren – zur Wahl zu gehen und sich zur Wahl zu stellen“, betonte Karen Hansen in ihrer Begrüßung. Mit Bedacht hatte man diesen Termin noch auf Ende 2012 gelegt, um Frauen vor den Listenaufstellungen in den Parteien und Wählergemeinschaften für die nächste Kommunalwahl am 26. Mai 2013 zu motivieren, sich bei erfahrenen Politikerinnen zu informieren, selber aktiv zu werden und mitzumischen.

Kirsten Schöttler-Martin betonte eingangs, dass noch eine Menge Potential bei den Frauen in den Amtsgemeinden für ein solches Engagement brachliege, denn nur rund 26 Prozent der Mitglieder der Gemeindevertretungen seien weiblich, aber rund 52 Prozent der volljährigen Bevölkerung. Neun der 27 amtsangehörigen Gemeinden und dieStadt Friedrichstadt haben Bürgermeisterinnen an der Spitze, davon eine als Amtsvorsteherin. Zum Vergleich: im Kreis Nordfriesland werden insgesamt 22 von 133 Kommunen von Frauen geführt.

„Frauen trauen sich oftmals weniger zu“

„Frauen trauen sich oftmals weniger zu, zweifeln an ihrer genügenden Kompetenz, während die Männer forscher an die Sache heran gehen“, konstatierte Karen Hansen, auch Bürgermeisterin von Horstedt, die gemeinsam mit Regine Balzer (Friedrichstadt), Eva Maria Kühl (Ostenfeld), Jutta Rese (Winnert), Christel Zumach (Uelvesbüll) und Christel Schmidt (stellvertretende Bürgermeisterin von Hattstedt) in der Gesprächsrunde Rede und Antwort stand, die auch ihre Kolleginnen Christa Reese (Ramstedt) und Telse Jacobsen (Mildstedt) noch ergänzten.

Sicher seien die Rahmenbedingungen für den Einstieg von Frauen durch die familiäre Situation auch heute oftmals noch schwieriger; ihr anderer Blick für z.B. soziale Themen aber gerade wichtig, ebenso wie das „andere Gesprächsklima“ durch mehr Frauen am Sitzungstisch – da waren sich alle einig. Ebenso darüber, dass als Bürgermeisterin voller Einsatz gefordert ist. „Das ist ein Fulltime-Job – sowohl beim Einkauf, als auch beim Tänzchen auf dem Feuerwehrball ist man immer im Dienst“, wusste Eva Maria Kühl und Regine Balzer erledigt auf dem morgendlichen Weg ins Rathaus durch Gespräche schon einiges an Aufgaben.

Ihren männlichen Mitstreitern in den Gemeindevertretungen stellten die Politikerinnen ein durchweg gutes Zeugnis aus. Jutta Rese: „Die Zusammenarbeit von Frauen und Männern im Gemeinderat und auch im Schulverband war nie ein Problem.“ Und auch Christel Zumach sieht hier in ihrer Gemeinde keine Schwierigkeiten. Für das Engagement beider, Frauen und Männer, seien Absprachen und Toleranz in der Familie, ein Netzwerk, immer notwendig, war man sich aus eigener Erfahrung einig. Und: „Frauen müssen ihren Männern auch mal den Freiraum lassen, die Kinder ins Bett zu bringen“, war Telse Jacobsen aus Mildstedt sicher.

Der Frauenquote erteilten die Politikerinnen eine Absage. „Ich brauche eine gute Liste für meinen Gemeinderat“, so Eva Maria Kühl. Gefragt nach dem Anreiz für ihr Engagement waren sich dann am Ende auch alle einig: es ist der Spaß, sich in die Politik aktiv und kreativ einzumischen und Entscheidungen mittreffen zu können.

„Halbe Macht den Männern“ – so ist die Kampagne der Landesarbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten für das Wahljahr 2013 mit Kommunal- und Bundestagswahl überschrieben, erläuterte Kirsten Schöttler-Martin abschließend und wies auch auf ein Podiumsgespräch zum Thema mit interessanter Besetzung hin, das am 2. Februar 2013 mit vier Frauen aus den Landtagsfraktionen im Kreishaus in Husum stattfindet.

Gruppenfoto Veranstaltung am 20.11.2012
Sechs Bürgermeisterinnen im Gespräch (von links):
Eva-Maria Kühl, Jutta Rese, Christel Zumach, Gleichstellungsbeauftagte Kirsten Schöttler-Martin,
Karen Hansen, Regine Balzer und Christel Schmidt

Tischfoto Veranstaltung am 20.11.2012
Engagierte Diskussion zum Thema Frauen in der Kommunalpolitik:
Ein Blick in die Runde


Statistische Auswertung für die Gemeinden im Amt Nordsee-Treene

Wie viele Frauen und Männer sitzen in den Gemeindevertretungen

In diesem Jahr stehen gleich zwei wichtige Wahlen an: zum einen die Kommunalwahl am 26. Mai 2013 und zum anderen die Bundestagswahl am 22. September 2013. In einer statistischen Auswertung (Stand November 2012) liegen die Daten über die Verteilung der Sitze in den 27 Gemeindevertretungen des Amtes Nordsee-Treene und in der Stadtverordnetenversammlung Friedrichstadt auf Frauen und Männer vor.

Hier die Auswertung zum Lesen: "Frauen in der Politik" im Amtsgebiet Nordsee-Treene [PDF: 296 KB]
Zudem ist aus dieser Aufstellung auch abzulesen, wie viele der Bürgermeisterposten und ihrer Stellvertreter von Frauen und wie viele von Männern besetzt werden.

Deutlich wird in dieser Statistik, dass die Frauen in den 28 Kommunen zwar über 50 Pro-zent der Bevölkerung, aber nur rund ein Viertel in den Gemeindevertretungen ausmachen. Von den Bürgermeister/-innen sind rund ein Drittel Frauen, nämlich neun von 28 Positionen, und auch an der Spitze des Amtes Nordsee-Treene steht mit Amtsvorsteherin Karen Hansen aus Horstedt eine Frau.



Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ auch 2012: Brötchen und Infobroschüren in Husum verteilt

Auch in diesem Jahr fand Ende November die kreisweite Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ in Nordfriesland statt, die KIK (Kooperations- und Interventionskonzept gegen häusliche Gewalt) gemeinsam mit dem Weißen Ring, der Polizei und den Gleichstellungsbeauftragten durchführte. Unterstützt wird diese Aktion seit Jahren auch von den Bäckerinnungen, die kostenlos Brötchen zur Verfügung stellen. In diesem Jahr gab es Infostände in Husum, St. Peter-Ording und Niebüll, an denen Broschüren mit Hilfeangeboten für Frauen, die in ihrem familiären Umfeld allein oder gemeinsam mit ihren Kindern Gewalt erleiden oder von ihr bedroht sind, verteilt wurden.

Viele Passanten – zum Beispiel an Stand vor dem Husumer Kaufhaus an der Großstraße in der Kreisstadt (siehe Foto) – informierten sich hier über die Beratungs- und Hilfeangebote z.B. der Frauenhäuser in Heide und Flensburg oder die des Frauennotrufs und der Frauenberatungsstellen. Fast 500 Brötchentüten mit der Aufschrift „Gewalt kommt nicht in die Tüte“, mit je einem Brötchen und Infoflyern bestückt, wurden hier verteilt; die Brötchen gespendet vom Niebüller Bäcker. Auch die Gleichstellungsbeauftragtes des Amtes Nordsee-Treene, Kirsten Schöttler-Martin (links), war in diesem Jahr mit an der Aktion beteiligt; zudem wurde für eine Woche die Aktionsflagge vor dem Amtsgebäude in Mildstedt gehisst, um auf diese Problematik aufmerksam zu machen.

Aktion Gewalt kommt nicht in die Tüte



Podiumsgespräch "Wie wir wurden, was wir sind" in Ostenfeld

Drei Nachkriegsmädchen auf interessanter Spurensuche

Zum Abschluss der gemeinsamen Veranstaltungsreihe „Wir Mädchen der 40-er und 50-er Jahre – Spurensuche: Wie der Krieg uns prägte“ der Gleichstellungsbeauftragten des Amtes Nordsee-Treene und des Mehrgenerationenhauses Husum gab es eine interessante Podiumsrunde im Kirchspielkrug in Ostenfeld.

Amtsvorsteherin Karen Hansen, die stellvertretende Kreispräsidentin, Margarethe Ehler und die ehemalige Sozialministerin und Landtagsabgeordnete Dr. Gitta Trauernicht, allesamt Nachkriegsmädchen, stellten sich den Fragen von Moderatorin Kirsten Schöttler-Martin, Gleichstellungsbeauftragte des Amtes Nordsee-Treene, nach ihrem ganz persönlichen Erleben der Kriegs- und Nachkriegszeit und dem Einfluss, den dieses auf ihren späteren persönlichen und beruflichen Werdegang genommen hat.

„Traurigkeit in den Familien“ als Gefühl jener Zeit

Und sie taten dies mit viel Offenheit und spannenden, teilweise belastenden, aber auch heiteren Erinnerungen an eine schwere Zeit der emotionalen und materiellen Entbehrungen, an eine oft vaterlose Zeit. So sah sich Margarethe Ehler, 1941 in Dörpum geboren, „sehr früh mit dem Krieg und dem Sterben konfrontiert“. Sie machte eine Ausbildung zur Kauffrau, heiratete 1960 und war auch als Mutter dreier Töchter immer berufstätig, heute als Unternehmerin im Einzelhandel, und ehrenamtlich aktiv. Bei der Frage nach einem typischen Satz oder Gefühl der damaligen Zeit nannte sie die „Traurigkeit in den Familien – es wurde sehr leise gesprochen.“

Gitta Trauernicht erinnerte sich bei dieser Frage an einen zentralen Satz ihrer Eltern: „Geh‘ Deinen Weg und lasse Dich nicht unterkriegen.“ Ihre junge Eltern hätten ihr nie Steine in den Weg gelegt, der die 1951 in Emden in Ostfriesland Geborene erst in eine große Jugendamtsbehörde und dann als Staatssekretärin und schließlich Ministerin in die Politik brachte. Sie ist verheiratet, hat eine Tochter und zwei Enkel. „Den Begriff ‚Rabenmutter‘ gibt es in keinem anderen Land der Welt“, konstatierte sie, ebenso sei es typisch deutsch, Frauen zu diskriminieren, die „nur“ Mütter seien.

Amtsvorsteherin Karen Hansen, 1954 geboren und auf dem elterlichen Bauernhof aufgewachsen, hatte schon früh mit dem Vorurteil „Fruuns gehörn an’n Herd“ zu tun. Ihrer Mutter hatte sie zu verdanken, dass sie ein Gymnasium besuchen, später studieren und Biologin werden konnte. Von ihrem Vater hat sie gelernt, sich auch für andere einzusetzen, Verantwortung zu übernehmen. Dabei sind die damals anerzogenen christlichen Werte bis heute zentral und wichtig für ihr Leben.

Viele Fragen kamen noch aus dem Publikum, zu dem auch junge Frauen gehörten, die den thematischen Bogen zum Frauenleben heute mit seinen Rollen- und Behauptungsproblemen schlugen – so war dieser Abend nicht nur eine spannende Zeit- und Erinnerungsreise, sondern zugleich auch anregendes Generationen-Gespräch.

 

Podiumsgespräch am 07.11.2012 in Ostenfeld
Sprachen über das Leben der Nachkriegsmädchen
von links: Margarethe Ehler, Kirsten Schöttler-Martin, Dr. Gitta Trauernicht und Karen Hansen



"Gespräche für Frauen" starteten mit spannendem Vortrag zum Enneagramm

Persönlichkeitsmodell mit viel Dynamik: "Neue Räume gehen auf"

Für ein breites Altersspektrum war das Thema „Enneagramm“ offensichtlich sehr interessant, denn über 20 Frauen zwischen 19 und 90 Jahren waren zum ersten „Gespräch für Frauen“ gekommen, zu dem die Gleichstellungsbeauftragte des Amtes Nordsee-Treene, Kirsten Schöttler-Martin nach Mildstedt eingeladen hatte. Referentin Sabine Topf erläuterte dieses dynamische Persönlichkeitsmodell sehr anschaulich. „Die eigene Sichtweise auf Probleme verändert sich, Räume gehen auf’ und immer wieder entwickeln sich Dinge neu“, zeigte sich die Enneagramm-Trainerin von dieser alten Weisheitslehre, deren Wurzeln bis in die Antike zurück gehen, begeistert.

Obwohl jeder Mensch natürlich einzigartig ist, gibt es in den Verhaltensweisen und Charaktermustern immer auch Ähnlichkeiten, die in der Typenlehre aufgegriffen werden. „Jeder Mensch trägt unzählige charakterliche Facetten in sich – was aber ist der Kern seiner Persönlichkeit?“, machte Sabine Topf die Fragestellung deutlich.

Nach dem Enneagramm gibt es neun verschiedene Charaktermuster, die sich durch die emotionale Haltung, eine charakteristische Denkweise und einen Wahrnehmungsfilter voneinander abgrenzen. So gibt es hier den „Macht-„, „Harmonie-„ und „Prinzipienorientierten“, aber auch den „Beziehungs-„, „Erfolgs-„ und „Selbstorientierten“ oder den „Erkenntnis-“, „Sicherheits-„ und Lustorientierten“.
Die drei Intelligenzen Bauch (sich erden, zentrieren, Präsenz), Herz (Empathie für sich und andere) und Kopf (anderen Gehör schenken, verstehen) werden diesen neun Persönlichkeitsprofilen, dem Selbstbild eines jeden, zugeordnet. „So ist z.B. bei den drei Bauchtypen ‚Kämpfer’, ‚Vermittler’ und ‚Perfektionist’ mit ihrer Wut und ihrem intuitiven Handeln, das Thema Autonomie und Grenzen setzen, sehr wichtig“, erläuterte die Referentin. Jeder könne je nach seinem Persönlichkeitstyp seine Stärken, Schwächen, Ängste und Lernthemen hier in diesem Modell erkennen.

Die drei Intelligenzen Bauch, Herz und Kopf

„Bei jedem Typus gibt es eine Energierichtung“, so Sabine Topf, die den Teilnehmerinnen auch einen Kurztest anbot, anhand dessen jede eine erste Einordnung mit individuellen Trost- und Stresspunkten vornehmen konnte. Wichtig sei, dass alle neun Persönlichkeitstypen immer gleichermaßen positiv und negativ zu bewerten seien. „Man ist nie statisch, die jeweilige Lebenssituation hat Einfluss“, erläuterte die lizensierte Enneagramm-Trainerin aus Husum. Nach traumatischen Erlebnissen für Menschen sei es allerdings generell schwer, Persönlichkeitstypen festzulegen, sowohl, was die angeborenen Anlagen, als auch die Prägungen, angehe. So gab es an diesem Abend viele Anregungen, sich mit dem Enneagramm weiter zu beschäftigen, was auch an den vielen Fragen und der angeregten Diskussion am Ende deutlich wurde. Eine davon z.B,. ob sich der einmal erkannte Typus später im Leben generell ändere, was Sabine Topf verneinte. „Der Kern, den man ausgebildet hat, bleibt – und mit Anfang 20 wird er im Leben eines Menschen am deutlichsten.“ 

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